Author Archive » Christoph Eder

Need to have in der Medizin

Mamma mia! Mein zehntes Jahr als Lektorin an der Universität für Weiterbildung Krems. Der Unterschied zu 2015? Gesundheitskommunikation war damals nahezu unbekannt in Österreich. Heute ist sie ein need to have in der Medizin, weil die Gespräche mit Patienten, Angehörigen und im Team herausfordernder geworden sind. Was heißt das für mich? Smile, denn ich liebe das, was ich mache.

Verbal die Stopp-Taste drücken

Was ist für die meisten von uns sehr herausfordernd zu kommunizieren? „Halt!“ sagen und: „Bis hierher und nicht weiter!“. Wenn es um das Berufliche geht, fällt es uns besonders schwer, verbal die Stopp-Taste zu drücken.

Die Folgen kennen wir alle: Das Gespräch mit dem jeweiligen Gegenüber läuft in die völlig falsche Richtung. Man selbst gerät ins Rechtfertigen. Und ärgert sich im Nachhinein über sich selbst am meisten, weil das ungute Gefühl zurückbleibt, nicht richtig reagiert zu haben.

Was wirklich hilft? Üben, Stopp zu sagen. Bei meinem letzten Training war das die Aufgabe für alle. 5 Buchstaben mit großem Effekt in der Kommunikation. Schließlich muss uns klar sein, dass wir mit unseren Worten auch unsere eigenen Grenzen schützen. Wichtig, weil das niemand anderer für uns macht. Deshalb: Los geht’s mit dem Üben!

 

Teamkommunikation als Erfolgsfaktor

Wenn man ein Team vier Jahre lang begleiten darf, ist das etwas Besonderes. Teamklausur für die Pioniere der Primärversorgung. Volle Power auf “Mühlviertlerisch”. Fesch war’s wieder, liebe Haslacher!

Versuch’s mal mit Humor

Wann wird ein Gespräch herausfordernd? Wenn du wütend, ängstlich oder traurig wirst und eine dieser drei Kernemotionen unterdrücken musst, weil dein Job das verlangt. Das Ergebnis: Du reagierst, statt dass du kommunizierst. Ganz klar: Deinen Gefühlen verbal freien Lauf lassen geht im Job nicht. Und ist auch nicht effektiv! Was hilft? Selbstwahrnehmung & Skills. Wenn alles gerade allzu schwierig scheint: Vergiss nicht auf Humor zwischendurch! Lachen ist eine wirksame Medizin. Auch für mich.

Kommunikation als Entwicklungshilfe

„Eigentlich wollte ich Entwicklungshelferin werden und bin deshalb nach Ruanda gegangen. Dann kam ich zurück und wurde Kinderärztin. Seither ist mir klar: Ich mache hier in Österreich Entwicklungshilfe.“ Die Themen meiner Kursteilnehmer haben es in sich: Überforderte Eltern, die das Kleinkind mit Tabletten ruhigstellen wollen, damit sie in der Nacht endlich schlafen können. Mütter, denen die Inhalation für ihr Asthmakrankes Kind zu nervig ist. Erwachsene, welche die Gesundheitsinformationen, die sie für ihr Baby bekommen, einfach nicht verstehen. Obwohl Deutsch ihre Muttersprache ist.

Wie spreche ich als Kinderärztin und als Krankenschwester mit solchen Eltern, wenn ich gleichzeitig meine eigenen Emotionen im Griff haben muss, weil das Gehörte und Erlebte etwas mit mir macht?

Das ist Kommunikation, die unter die Haut geht. Und als Trainerin bin ich verdammt dankbar, dass ich hier meinen Beitrag leisten kann. Danke an die OÖGK für diese Fortbildungs-Initiative!

Britta Blumencron